Der European Rugby Champions Cup (ERCC, durch Sponsoringvertrag als Heineken Champions Cup bekannt) ist der höchste Europapokal-Wettbewerb in der Sportart Rugby Union. Teilnahmeberechtigt sind die besten Vereinsmannschaften und Regionalteams aus England, Frankreich, Irland, Italien, Schottland und Wales. Die Teams qualifizieren sich über die Endplatzierungen in ihren jeweiligen Ligen (English Premiership, Top 14 und Pro14) oder über den Gewinn des European Rugby Challenge Cup. Organisiert wird der Wettbewerb von der Vermarktungsgesellschaft European Professional Club Rugby (EPCR) mit Sitz in Lausanne.

Von 1995 bis 2014 war der Wettbewerb unter dem Namen Heineken Cup bekannt und wurde von der Organisation European Rugby Cup durchgeführt. Nach Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anteilseignern über die Struktur und die Leitung des Wettbewerbs wurde er von EPCR übernommen und sein Name in European Rugby Champions Cup ohne Titelsponsoring geändert. Die Brauerei Heineken kehrte auf die Saison 2018/19 hin als Sponsor zurück.

History

Der Heineken Cup wurde im Sommer 1995 auf Anregung der Kommission der damaligen Five Nations ins Leben gerufen, um einen neuen grenzüberschreitenden Wettbewerb für Profiteams zu ermöglichen. Die Durchführung lag in den Händen der Vermarktungsorganisation European Rugby Cup (ERC) mit Sitz in Dublin, als Titelsponsor konnte Heineken gewonnen werden. Aufgrund strengerer Alkoholwerbegesetze trug der Wettbewerb in Frankreich den Namen H Cup. Zwölf Teams aus Frankreich, Irland, Italien, Rumänien und Wales ermittelten in vier Dreiergruppen die Halbfinalteilnehmer. Die erste Begegnung zwischen Stade Toulousain und Farul Constanța am 31. Oktober 1995 endete mit 54:10. Stade Toulousain setzte sich im ersten Finale, das am 6. Januar 1996 in Cardiff ausgetragen wurde, mit 21:18 nach Verlängerung gegen den Cardiff RFC durch.

Teams aus England und Schottland waren ab der folgenden Saison 1996/97 beteiligt, Teams aus Rumänien wegen des geringen Leistungsniveaus jedoch nicht mehr. Der Wettbewerb umfasste nun 20 Teams in vier Fünfergruppen. Für jene Mannschaften, die sich nicht für den Heineken Cup qualifizieren konnten, wurde der zweistufige European Challenge Cup eingeführt. Ab der Saison 1997/98 gab es fünf Vierergruppen, sodass nun in der Vorrunde jedes Team je einmal zuhause und auswärts auf die Gegner traf. In der Saison 1998/99 fehlten die englischen Teams, da sich der englische Verband Rugby Football Union mit den Organisatoren bezüglich Spieldaten und Finanzen nicht hatte einigen können. Beteiligt waren deshalb 16 Teams in vier Vierergruppen. Auf die Saison 1999/2000 hin kehrten die englischen Teams in den Wettbewerb zurück, womit auch der bisherige Modus wieder galt. Ab 2002 qualifizierte sich der Sieger des European Challenge Cup automatisch für den Heineken Cup. Auf die Saison 2003/04 hin beschloss die Welsh Rugby Union, keine Vereinsmannschaften mehr zu entsenden, sondern regionale Auswahlteams.

Am 29. Mai 2012, kurz nach dem Endspiel der Saison 2011/12, meldete der Daily Telegraph, dass Premiership Rugby (Organisator der höchsten englischen Liga) am 1. Juni offiziell bekanntgeben werde, die Vereinbarung mit ERC bezüglich Teilnahme englischer Vereine nicht mehr zu erneuern. Es wurde erwartet, dass der französische Organisator Ligue nationale de rugby diesem Beispiel folge werde. Gefordert wurde eine Neustrukturierung des Wettbewerbs, bei dem die Teams aus Irland, Italien, Wales und Schottland nicht mehr automatisch qualifiziert wären. Weitere Forderungen waren die Reduktion des Teilnehmerfelds von 24 auf 20 Teams sowie eine (aus ihrer Sicht) ausgewogenere finanzielle Erfolgsbeteiligung.

In der Tat stellten die englischen und französischen Liga-Organisatoren am 1. Juni 2012 ihr neues Konzept Rugby Champions Cup vor und luden die anderen Teilnehmer des Heineken Cup ein, sich ihnen anzuschließen. Aufgrund einer zweijährigen Kündigungsfrist konnte der neue Wettbewerb jedoch nicht wie ursprünglich gewünscht bereits mit der Saison 2013/14 eingeführt werden. Im September 2012 gab Premiership Rugby außerdem den Abschluss eines vier Jahre gültigen Vertrages mit BT Sports bekannt. Demnach sollten die Übertragungsrechte für Liga- und Pokalspiele englischer Vereine für 152 Millionen Pfund verkauft werden. ERC vertrat den Standpunkt, dass Premiership Rugby gar nicht befugt sei, ein europäisches Turnier zu veranstalten und kündigte einen Vierjahresvertrag mit Sky Sports an. In der Folge kam es zu langwierigen Verhandlungen zwischen ERC, Liga-Organisatoren, Vereinen und nationalen Verbänden. Schließlich konnte am 10. April 2014 eine Einigung erzielt werden. An die Stelle von ERC trat die neue Organisation European Professional Club Rugby (EPRC), die seit der Saison 2014/15 die Nachfolgewettbewerbe European Rugby Champions Cup und European Rugby Challenge Cup organisiert.